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Cristina Branco: reviews and press clippings

CORPO ILUMINADO:

Es verwundert nicht, daß Cristina Brancos Stimme bereits als eine der schönsten Stimmen Portugals gefeiert und die junge Künstlerin in einem Atemzug mit Teresa Salgueiro und Dulce Pontes genannt wird. "Corpo Iluminado" spiegelt nicht nur Cristina Brancos persönliche Hin- und Hergerissenheit zwischen Tradition und Moderne wider, sondern die ihrer ganzen Generation. Es kommt nicht von ungefähr, daß dieses Album in portugiesischen Medien vor allem den jungen Leuten ans Herz gelegt wird, die auf den herkömmlichen Fado eher allergisch reagieren. "Cristina Branco gehört der Gruppe der neuen Fadistas an, die dabei ist, diesem ach so schwarz-weißen Stil ein paar farbige Pinselstriche zu verpassen", hieß es etwa in der Lissaboner Tageszeitung Correio da Manhã.


Ihre Zuneigung zum Fado faßte Cristina Branco übrigens erst relativ spät. Ihr Großvater war mit der gesamten Familie vor der Salazar-Diktatur in die ländliche Gegend des Ribatejo nördlich von Lissabon geflohen. Und so kam Cristina 1972 in dem kleinen Dorf Almeirim zur Welt, weit weg von den traditionellen Fado-Häusern des Bairro Alto der portugiesischen Hauptstadt. Wie eigentlich die gesamte Generation, die zur Zeit der Nelken-Revolution (25. April 1974) aufwuchs, bevorzugte Cristina Branco als Heranwachsende Jazz, Blues, Bossa Nova und Rock. Besonders begeistert war sie damals von Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan und Elis Regina. Der Fado, der mit überkommenen Traditionen und so unweigerlich auch mit dem faschistischen Regime von António de Oliveira Salazar in Verbindung gebracht wurde, war bei der portugiesischen Jugend allseits verpönt.


Dies änderte sich für Cristina Branco erst, als ihr Großvater ihr zu ihrem 18. Geburtstag "Amália Rara E Inédita" schenkte, eine Platte mit unveröffentlichten Liedern von Amália Rodrigues. Auf Anhieb verliebte sich Cristina in die Stimme Amálias und den Fado. Sie entdeckte, wieviel Leidenschaft und Emotionalität in diesen traditionellen Gesängen verborgen war und wie eng Musik, Texte und Stimme miteinander in Verbindung standen. Heute besitzt Cristina Branco eine umfangreiche Kollektion mit Platten der 1999 verstorbenen Amália Rodrigues, die in Portugal wie eine Nationalheilige verehrt wird. Als Hommage an die legendäre Fadista nahm sie für "Corpo Iluminado" den Titel "Tu tens de me acontecer" auf, bei dem sie ausnahmsweise José Fontes Rocha, Jorge Fernando und Joel Pina begleiten, Amálias ehemaliges Trio.


Mit einer Karriere als Sängerin liebäugelte Cristina Branco aber zunächst noch nicht. Die bahnte sich erst während ihres Psychologie-Studiums in Lissabon an, wo Cristina, die eigentlich Journalistin werden wollte, gelegentlich in Clubs auftrat. Bei einem dieser Konzerte wurde sie von einem Mitarbeiter des staatlichen portugiesischen Fernsehsenders RTP entdeckt, der ihr daraufhin einen Auftritt in einer Fernsehsendung ermöglichte. Dieser Mitschnitt wiederum begeisterte José Melo, einen in Amsterdam lebenden portugiesischen Fotografen. Monate später suchte Melo eine Sängerin, die in Holland vor der dortigen portugiesischen Gemeinschaft bei einer Gedenkfeier anläßlich der Nelken-Revolution auftreten sollte. Er kontaktierte Cristina Branco und lud sie nach Amsterdam ein. Die Sängerin, die sich selbst zu der Zeit noch als blutige Amateurin betrachtete, lehnte das Angebot erst einmal ab und mußte zu ihrem Glück überredet werden. Die beiden Konzerte in Holland wurden von Melo aufgezeichnet und begeisterten alle so sehr, daß man sich kurzerhand entschloß, sie als Platte herauszubringen: Auf diesen verschlungenen Pfaden kam Cristina Branco zu ihrem Debütalbum "Cristina Branco In Holland".


Dem Erfolg in Holland folgten bald auch umjubelte Auftritte in Frankreich und ihr erstes Studioalbum "Murmúrios", das von der Kritik einstimmig gelobt und in Frankreich mit dem "Choc de l'année du Monde de la Musique" ausgezeichnet wurde. Auch "Post-Scriptum", ihr nächstes Album, das sie vergeblich bei einem portugiesischen Label unterzubringen versucht hatte und das deshalb im Jahr 2000 in Frankreich veröffentlicht wurde, erhielt wieder den "Choc de l'année du Monde de la Musique". Erst danach wurden endlich auch die Portugiesen hellhörig.


Nirgendwo kommt Cristina Brancos Kunst allerdings besser zur Geltung als auf der Bühne. Mit ihrer zwar zurückhaltenden, aber zugleich ungemein sinnlichen Präsenz schlägt sie jedwedes Publikum im Handumdrehen in Bann. Wer einmal gesehen hat, wie sie am Ende eines Konzertes ihr Mikrophon beiseite legt und zum Bühnenrand geht, um dort die letzten Strophen eines Liedes zu singen, kann die warmherzige und enge Bindung, die zwischen der Sängerin und ihrem Auditorium besteht, nachvollziehen. Außer ihren Fans in Holland, Frankreich und Portugal eroberte sie so auch schon Hörer in Belgien, Deutschland, Spanien, Italien und Großbritannien. Im Januar 2001 trat sie in New York zum ersten Mal auch vor amerikanischem Publikum auf.


Mit "Corpo Iluminado", ihrem ersten Album, das bei einer großen, internationalen Plattenfirma erscheint, wird Cristina Branco sicherlich weiteres Terrain für den Fado erobern.

Reviews
Post Scriptum (Interview with Cristina Branco, English, 05/2001)
Post Scriptum (Ryan Tranquilla, Splendid E-zine Review, English, 05/2001).
Post Scriptum (Norman Weinstein, The Christian Science Monitor, English, 04/2001)
Cristina Branco canta Slauerhoff (Kester Freriks, NRC Handelsblad, Nederlands, 04/2000)
Corpo Iluminado (Joćo Miguel Tavares, Portugues, 05/2001)
Corpo Iluminado (Nederlands)
The New Fado (Interview with Cristina Branco, Carol Amoruso, English, 04/2001)
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